Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse)

Die Schadenfreiheitsklasse ist eine Besonderheit der Kfz Versicherung und für die Höhe der Versicherungsprämie von elementarer Bedeutung – und daher eine besondere Erläuterung wert. Gerade Fahranfänger haben mit einer sehr ungünstigen Einstufung der Schadenfreiheitsklasse, und somit auch mit sehr hohen Versicherungsprämien, zu kämpfen.

Das Prinzip der Schadenfreiheitsklasse

Die Schadenfreiheitsklasse ist das wohl wichtigste Instrument der Versicherer zur Risikoeinschätzung. Anhand dieser können die Autoversicherer erkennen wie erfahren ein Versicherungsnehmer / Autofahrer ist. Und vor allem wie unfallfrei er fährt. Denn für jedes Kalenderjahr unfallfreies Fahren wird der Versicherungsnehmer in die nächst höhere SF-Klasse eingestuft. Verursacht er hingegen einen Unfall dessen Schaden von seiner Autoversicherung beglichen wird, so wird er zurück gestuft. Fahranfänger bzw. Versicherungsnehmer die erstmal einen Versicherungsvertrag abschließen werden so prinzipiell in die niedrigste Schadenfreiheitsklasse eingestuft. Autofahrer die seit 30 Jahren nachweislich unfallfrei fahren hingegen in die SF 30. Von der Einstufung in die Schadenfreiheitsklasse wird der Schadenfreiheitsrabatt abgeleitet. Er besagt, wieviel Prozent des regulären Versicherungsbeitrags der Versicherungsnehmer zahlen muss. Bei einem Fahranfänger können dies 240% sein, bei einem sehr erfahrenen Autofahrer nur 30%. So macht sich langjähriges unfallfreies Fahren bezahlt.

Die Schadenfreiheitsklasse: relevant bei der Kfz Haftpflicht und Vollkasko Versicherung

Die wichtigsten Elemente einer Kfz Versicherung sind 1. die Kfz Haftpflicht, 2. die Teilkasko und 3. die Vollkasko Versicherung. Die Schadenfreiheitsklasse ist nur bei der Kfz Haftpflicht und Vollkasko Versicherung relevant, kommt bei der Teilkasko nicht zum Tragen. Bei der Kfz Haftpflicht und Vollkasko gibt es je eine getrennte Einstufung in der Schadenfreiheitsklasse. Verursacht der Versicherungsnehmer einen Unfall und kommt es zu Schäden am gegnerischen und auch dem eigenen Fahrzeug, und werden beide Schäden von der Kfz Versicherung beglichen, so wird eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse in der Kfz Haftpflicht wie auch in der Vollkasko Versicherung stattfinden. Entscheidet sich der Versicherungsnehmer aus Gründen der Wirtschaftlichkeit dafür die Schäden am eigenen Fahrzeug nicht durch die Versicherung begleichen zu lassen so erfolgt auch nur in der Kfz Haftpflicht eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse.

Eine Rückstufung der Schadenfreiheiheitsklasse vermeiden

Eine Rückstufung im Schadensfall ist schmerzhaft – denn durch den gesunkenen Schadenfreiheitsrabatt zahlt man als Versicherungsnehmer auch noch Jahre später höhere Beiträge. So kann es, gerade bei kleineren Schäden, Sinn machen den Schaden nicht über die Kfz Versicherung begleichen zu lassen, sondern aus eigener Tasche zu bezahlen. Diese Möglichkeit besteht direkt bei der Kostenregulierung, aber auch noch im Nachhinein. Es gibt auch zwei Instrumente die eine solche Rückstufung vermeiden sollen, die Sprache ist vom Rabattschutz bzw. Rabattretter. Beim Rabattretter handelt es sich um ein in der Regel kostenfreies Angebot für sehr erfahrene Autofahrer ab SF-25. Er wird oft kostenfrei angeboten, und ein Unfall ist hier zusagen “frei”, ohne eine Rückstufung verbunden. Der Rabattretter hingegen steht auch jüngerern Autofahrern zur Verfügung, in der Regel ab SF-4. Ist jedoch kostenpflichtig, und seine Wirtschaftlichkeit nicht immer wirklich gegeben.

Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse)